Martin Max — Holzschnitte / Malerei

Was dem Holzschneider Autonomie und absolute Kontrolle über den Entstehungsprozeß seiner Arbeiten
ermöglicht, garantiert dem Liebhaber der Grafik wiederum Authentizität und Einmaligkeit eines jeden Blattes.
Oft ist es das weiche, grob gemaserte Holz der Kiefer oder aber die härtere, feiner strukturierte Buche,
in welche Max seine Bildideen mit dem Stichel eingräbt. Dabei wird die Vorliebe des Künstlers für die einfache,
aus der freien Hand im Bogen gezogene Linie deutlich, welche sich vor der sichtbar belassenen Struktur
des Holzes abhebt. Auf diese Weise findet die Entscheidung des Künstlers für den Holzschnitt vor allen anderen
grafischen Techniken am anschaulichsten ihre Begründung.
Man muß sich in die Max´schen Blätter schon hineinsehen. Denn der Künstler liebt es,
seine meist edlen, mitunter japanseidenen Papiere mehrfach zu bedrucken.
Hierfür werden diverse Holzstöcke verschieden eingefärbt und nacheinander von Hand
über dem betreffenden Blatt abgezogen. Jene so entstandenen Farbfelder können als erste Bildstruktur
dem Auge des Betrachters bestimmte Anhaltspunkte bzw. -flächen bieten.
Martin Max hält in seinen Grafiken keine dem konkreten, realen Ort verbundene Ansichten fest.
Es sind vielmehr innerlich geschaute Gegenden, die der Künstler bannt, und deren äußere Formen
mitunter den in der Wirklichkeit vorgefundenen gleichen.
Silke Opitz: "Bilder der fließenden, vergänglichen Welt"(Ausstellungskatalog 1997)